Partnerschaftsverein
Wiesbaden-Schierstein * Kamenez-Podolski e.V.
*Preisträger der Robert-Bosch-Stiftung 1998*

Pressetext für die Fotoausstellung von Charlotte Knuth im Rathaus-Foyer Wiesbaden vom 18. Dezember 2003 bis 9. Januar 2004:

Bilder einer Stadt
Kamenez-Podolski in der Ukraine

porträtiert von der Wiesbadener Fotografin

Charlotte Knuth

zum 10-jährigen Bestehen des Partnerschaftsvereins Wiesbaden- Schierstein*Kamenez-Podolski

Im Mai 2003 reiste Charlotte Knuth in die Ukraine und ging in Kamenez-Podolski mit ihrer Kamera auf Spurensuche: Was hatten zehn Jahre Arbeit des Partnerschaftsvereins der Stadt am Smotritsch gebracht? Ein paar warme Wintermäntel, wetterfeste Stiefel? Medikamente für die Kranken? Auch, aber längst nicht nur. Der Partnerschaftsverein brachte den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe; er brachte ihnen Angeln, damit sie lernten selbst Fische zu fangen.

Charlotte Knuth suchte nicht nach blühenden Landschaften, wußte sie doch von früheren Reisen, dass es noch Jahrzehnte dauern würde, bis aus dem ehemals sozialistischen Kamenez-Podolski wieder die Perle auf dem Stein werden würde, die schöne alte Stadt am Smotritsch. 1196 wird der Ort bereits urkundlich erwähnt. 1374 erhält er das Magdeburger Stadtrecht und wird Hauptstadt von Podolien. Bis zum zweiten Weltkrieg war Kamenez-Podolski eine blühende Handelsmetropole, wovon noch heute die vielen Barockfassaden in der Altstadt zeugen.

Wie gesagt, Charlotte Knuth suchte nicht nach blühenden Landschaften, sie suchte nach grünen Oasen in der nachsozialistischen Tristesse und sie fand sie. Hier ein florierender Druckereibetrieb, dort der Friseursalon, mittendrin die Kaffeestube „Drei Lilien", Dreh- und Angelpunkt und Informationsbörse der 120.000 Einwohner zählenden Stadt. Hier wird die „Vereins-Tafel" für die Bedürftigen gedeckt, hier trifft man sich und tauscht Neuigkeiten aus, hier wird palavert und gelacht. Hier werden Pläne geschmiedet für künftige Zeiten.

Der Partnerschaftsverein hat das Leben in Kamenez-Podolski spürbar verändert. Er macht den Menschen Mut, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen – Fische zu fangen -, auf ihr Glück und ihre Tüchtigkeit zu vertrauen. Charlotte Knuth hat den Wandel mit der Kamera aufgespürt – den Wandel, der für den Einzelnen - noch bescheidene - materielle Sicherheit bedeutet und der eine wunderbare Freundschaft zwischen Wiesbaden und Kamenez-Podolski begründet.

 

Fotoausstellung:
Bilder einer Stadt. Kamenez-Podolski in der Ukraine, porträtiert von Charlotte Knuth,
im Rathaus-Foyer, Schlossplatz, Wiesbaden,
vom 18. bis 23. Dezember 2003 und vom 05. bis 09. Januar 2004,

Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 15 Uhr

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